Geschichte

 Jahr Ereignis
315 v. Chr. Gründung Thessalonikis durch den makedonischen König Kassandros, welcher die Stadt nach seiner Frau Thessalonike benennt.
168 v. Chr. Eroberung Makedoniens durch das Römische Reich. Thessaloniki wird eine von vier Verwaltungsstädten des vorherigen Königreichs unter römischer Jurisdiktion.
148 v. Chr. Makedonien wird vollständig in das Römische Reich eingegliedert und erhält den Status Provinz.
2. Jh. v. Chr. Durch den Bau der Via Egnatia, einer der zentralen Handelsstraßen des Römischen Imperiums, wird Thessaloniki mit weiteren wichtigen Handels- und Küstenstädten Asiens und Europas verbunden. Die Einwohnerzahl und Wirtschaftsstärke der Stadt wächst rapide an.
42 v. Chr. Thessaloniki erhält den Titel „Civitas Libera“ (Freie Stadt).
1. Jh. n. Chr. Entstehung der ersten jüdischen Siedlung in Thessaloniki. 
ca. 50 n. Chr. Der Apostel Paul besucht auf seiner zweiten Missionsreise Thessaloniki und predigt dort in der Synagoge, wird aber aus der Stadt vertrieben. Wenig später richtet er seine zwei Thessalonikerbriefe an die christliche Gemeinde in der Stadt.
305 Kaiser Galerius macht Thessaloniki zu seiner Residenzstadt. Die Rotunde und der Galeriusbogen werden während seiner Regierungszeit errichtet.
306 Der Soldat Dimitrios wird zum Märtyrer, als er sich weigert, an den Christenverfolgungen des Kaisers Galerius teilzunehmen. Noch im selben Jahr wird er zum Wunderwirker und Schutzheiligen Thessalonikis ernannt.
390 Nach einem Aufstand der Stadtbevölkerung gegen die Leibgarde des Kaisers Theodosius kommt es zum „Massaker von Thessaloniki“, bei dem auf Geheiß des Kaisers rund 7000 Einwohner hingerichtet werden. Theodosius wird infolge des Massakers vom Papst exkommuniziert.
395 Die Spaltung des Römischen Reiches in ein West- und ein Ostreich führt dazu, dass die Provinz um Thessaloniki fortan zum Byzantinischen Imperium zählt.
463 Bau der „Hagios Dimitrios“ Kirche in Gedenken an den Märtyrer Dimitrios.
5. Jh. Thessaloniki entwickelt sich zur zweitgrößten Handelsstadt des Byzantinischen Imperiums und steht in seiner Bedeutung allein Konstantinopel nach.
620 Ein schweres Erdbeben trifft Thessaloniki und führt unter anderem zur Zerstörung des Forum Romanum
6.-7. Jh. n. Chr. Wiederholt versuchen slawische Stämme, Teile des Byzantinischen Reiches – darunter auch Thessaloniki – zu erobern, scheitern aber an der Einnahme der Stadt.
9. Jh. Die in Thessaloniki geborenen Gelehrtenbrüder Kyrill und Methodius werden zu den bedeutendsten christlichen Missionaren des heutigen Südosteuropas und bringen das Schrifttum zu den slawischen Völkern.
904 Thessaloniki wird durch die Sarazenen erobert, geplündert und großflächig zerstört.
1185-86 Die Normannen erobern Thessaloniki, können die Stadt aber nur für ein Jahr halten.
1204-1246 Thessaloniki fällt während des Vierten Kreuzzuges an die fränkischen Eroberer. Es folgen die Gründung des Königreichs Thessaloniki und die Rückeroberung der Stadt durch das Byzantinische Reich.
1423 In der Hoffnung, Thessaloniki vor den heranrückenden osmanischen Heerscharen zu retten, wird die Stadt von Byzanz an Venedig verkauft.
1430 Trotz der militärischen Stärke Venedigs fällt Thessaloniki an das Osmanische Reich. Eine fast fünfhundertjährige muslimische Besatzung der Stadt beginnt.
15./16. Jh. Thessaloniki entwickelt sich unter der massenhaften Zuwanderung sephardischer Juden aus Spanien zu einem der wichtigsten jüdischen Siedlungszentren Europas und zur größten Handelsstadt des Balkans. Die jüdische Bevölkerung verleiht der Stadt ihre Beinamen „Mutter Israels“ und "Jerusalem des Balkans".
1821 Beginn der griechischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die osmanische Oberherrschaft. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts schreiten fast alle europäischen Großmächte in die Kriegshandlungen ein und machen die griechische Revolution so zum ersten internationalen Kräftemessen auf dem Balkan.
1830 Das Königreich Griechenland wird gegründet. Der neue Staat vereint große Gebiete Südgriechenlands, nicht aber Thessaloniki und den Nordosten des Landes. Statt eines Landsmannes wird der bayrische Prinz Otto von Wittelsbach zum Herrscher des neuen Königreiches ernannt.
1872 Thessaloniki wird an das europäische Eisenbahnliniennetz angeschlossen und kann fortan von Skopje, bald auch aus Belgrad erreicht werden.
1881 Geburt des späteren türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk in Thessaloniki.
1903-1908 Erste Konfliktphase des makedonischen Kampfes um Unabhängigkeit, der vor allem durch gezielte bulgarische Propaganda und Untergrundaktionen in den Grenzgebieten vorangetrieben wird. Sowohl das griechische Königreich als auch Bulgarien stellen Ansprüche auf das noch immer osmanisch besetzte Makedonien.
1908-1909 Ausbruch der Jungtürkischen Revolution unter Führung Kemal Atatürks. Die nationalen Spannungen zwischen Griechen, Makedonen, Bulgaren und Türken, aber auch zu den übrigen angrenzenden Balkanstaaten verschärfen sich.
1912 Im Zuge des Ersten Balkankrieges wird Thessaloniki von griechischen Streitkräften erobert und von der osmanischen Oberherrschaft befreit. Bulgarien stellt weiterhin Besitzansprüche an das Territorium.
1913 Bulgariens Expansionsbestreben führen zum Ausbruch des Zweiten Balkankrieges. Nach der Niederlage der bulgarischen Armee werden Teile Makedoniens sowie Thessaloniki dem griechischen Königreich zugesprochen.
1916 Alliierte Truppen landen in Thessaloniki und nutzen die Stadt auf Grund ihrer strategisch guten Lage als eines ihrer Hauptquartiere auf dem Balkan.
1917 Der Große Brand von Thessaloniki, eine der größten Katastrophen in der neueren Geschichte der Stadt, vernichtet im Laufe von zwei Tagen fast ein Drittel der Gebäudestruktur der Stadt. Über 70.000 Menschen werden obdachlos, darunter überwiegend Türken und Juden. Letztere beginnen, in mehreren Emigrationswellen nach Palästina auszuwandern.
1918 Der Neuaufbau Thessalonikis nach dem Großen Brand beginnt. Ziel ist es, der Stadt nun ein europäisches Antlitz zu verleihen.
1918-1923 Der Griechisch-Türkische Krieg führt zu einer Niederlage Griechenlands in Kleinasien. Im Einvernehmen mit der Türkei kommt es zu einem Bevölkerungsaustausch und einer Zwangsumsiedlung von über 1 Million Griechen, die sich überwiegend in der Region in und um Thessaloniki ansiedeln. Folge davon sind unter anderem akute Wohnungsnot und die Entstehung von Armutsvierteln.
1941-1944 Die nationalsozialistische Armee erobert Thessaloniki und richtet ein jüdisches Ghetto ein. Während der vierjährigen Besatzung werden über 40.000 Juden in Konzentrationslager deportiert und hingerichtet. Nach Kriegsende leben in der Stadt, die ehemals den größten jüdischen Bevölkerungsanteil der Welt aufzuweisen hatte, gerade noch einmal 2000 Juden.
1946-1949 Der Kalte Krieg erreicht Griechenland: im griechischen Bürgerkrieg kämpft die kommunistische Linke unter Unterstützung Jugoslawiens und des Ostblocks gegen die konservativ-monarchische Rechte. Letztere gewinnt unter Mithilfe der USA und Englands schließlich den Machtkampf um die Zukunft Griechenlands. Die griechisch-mazedonischen Beziehungen verschlechtern sich im Zuge des Krieges zunehmend.
1952 Aufnahme Griechenlands in die NATO.
1963 Die öffentliche Ermordung des linken Politikers und Pazifisten Lambrakis durch zwei Rechtsextremisten wird zum landesweiten Skandal. Der griechische Schriftsteller Vassilikos verewigt die Geschichte im Roman „Z“, der heute zu den Klassikern der griechischen Nationalliteratur zählt.
1967-1974 Die griechische Militärdiktatur wird etabliert. Das Amt des Königs wird zu einer bloßen Marionette der Obristen reduziert. Repressionen der Bevölkerung, Medienzensur und eine Abschottung des Landes von außerhalb führen Anfang der 70er Jahre wiederholt zu Aufständen und Attentatsversuchen, darunter zu dem berühmten Studentenaufstand in der Athener Polytechnischen Universität im November 1973.
1974 Die Militärdiktatur bricht zusammen. Die Republik Griechenland wird gegründet.
1978 Ein verheerendes Erdbeben trifft Thessaloniki und beschädigt sowohl moderne als auch antike Baustrukturen der Stadt.
1988 Das byzantinische Erbe Thessalonikis, darunter die Hagia Sophia und die Stadtmauern, werden in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.
1997 Thessaloniki wird Europas „City of Culture“.
2001 Griechenland führt den Euro als offizielle Währung ein.
2004 Thessaloniki wird einer der Austragungsorte der Olympischen Sommerspiele in Griechenland.
2006 Beginn des Baus einer Metro in Thessaloniki.
2010 Die griechische Finanzkrise beginnt und führt unter anderem in Thessaloniki zu Demonstrationen und Massenprotesten gegen den Sparkurs.