Hagia Sofia

File 107Die Hagia Sofia ist eine der ältesten Kirchen Thessalonikis und ein wichtiges Denkmal der byzantinischen Kultur der Stadt. Zwar erreicht das seit 1988 auch zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Gotteshaus nicht annähernd die eindrucksvollen Dimensionen seines türkischen Namensvetters, doch die Geschichte und Bedeutung der "Kirche der Weisheit" in Thessaloniki sind für Besucher dadurch nicht minder interessant.

Das erste Kirchengebäude am heutigen Standort der Hagia Sofia entstand bereits zu Beginn des 4. Jahrhunderts; die gegenwärtige Version der Kirche stammt jedoch aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Die Hagia Sofia durchlebte in ihrer über tausendjährigen Geschichte nicht nur turbulente Zeiten, sondern wurde auch als Gebetsort verschiedener Weltreligionen genutzt: So fiel die ursprünglich griechisch-orthodoxe Kirche im Laufe der Kreuzzüge des 13. Jahrhunderts zunächst an deutsche Katholiken und wurde zu einem Bischofssitz der Kreuzritter umgebaut, bevor im 15. Jahrhundert die Osmanen die Stadt eroberten und die Hagia Sofia in eine Moschee verwandelten. Sogar ein Minarett wurde zusätzlich an die Gebäudestruktur angebaut – dieses fiel aber bereits vor der Befreiung Griechenlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer. Im Jahr 1912 wurde die Kirche schließlich wieder zum orthodoxen Gebetshaus.
Der Unglückssträhne der Hagia Sofia war mit diesem Brand kein Ende gesetzt. Sowohl das Große Feuer von 1917 als auch das Erdbeben von 1978 führten zu erheblichen Beschädigungen der Kirche und zum Verlust einiger ihrer größten Kulturschätze. In den 1980er Jahren wurden schließlich umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen, welche das Gebetshaus zumindest ansatzweise wieder in seine alte Pracht zurückversetzen konnten.

Heute wirkt das Exterieur der Hagia Sofia beinahe übertrieben nüchtern – lassen Sie sich davon aber nicht in die Irre führen! Die Innengestaltung der Kirche hat sich trotz aller historischer Schicksalsschläge viel von ihrem ursprünglichen, byzantinischen Charme erhalten und lockt unter anderem mit aufwendigen Fresken, beeindruckenden Kronleuchtern und einem überaus gut erhaltenen Kuppelmosaik der Himmelfahrt Christi. Die Wände zieren einige wenige Ikonenmalereien sowie Ornamente, die nur wenig von der sonst üblichen Farbenpracht orthodoxer Kirchen verraten - und so eine umso ehrwürdigere Atmosphäre kreieren, die sich am besten in andachtsvoller Stille genießen lässt.