Kirche von Panagia Achiropoietos

File 113Die Panagia Acheiropoietos Kirche zählt zu den byzantinischen Schätzen Thessalonikis und liegt direkt am Makedonomachon Platz im Herzen der Stadt. Ihr schwer auszusprechender Name wird gemeinhin mit der kryptischen Bezeichnung „Kirche der Mutter Gottes ohne Hände“ übersetzt - und verweist auf das ursprüngliche zentrale Heiligtum des Gotteshauses: eine Marienstatue, die nicht durch Menschenhand, sondern durch die Gunst von Engeln bemalt worden sein soll. Ob nun aber mystischer Wunderort oder einmaliges Kulturdenkmal byzantinischer Kirchenkunst - ein Besuch der Panagia Acheiropoietos lohnt sich in jedem Falle.

Die Panagia Acheiropoietos Kirche ist eine kleine architektonische Besonderheit Griechenlands. Seit ihrer Errichtung um 450 nach Christus ist die originale Baustruktur des Gotteshauses fast keinen Änderungen unterzogen worden, und ermöglicht so einen einmaligen Einblick in die Architekturgeschichte des alten Byzanz. Zwar bedeutete der Überfall der Osmanen auch für die Panagia Acheiropoietos eine Konversion zur Moschee – sie war sogar die erste Kirche Thessalonikis, die zum muslimischen Gotteshaus umgebaut wurde – und führte das Große Erdbeben von 1978 hier ebenfalls zu starken Schäden, doch im Gegensatz zu ihren Nachbarkirchen Hagia Sofia und Hagios Dimitrios erstrahlt die Panagia Acheiropoietos auch heute noch in fast originaler Pracht und Imposanz. Allein das Nordschiff der Kirche ist den Osmanen zum Opfer gefallen; davon abgesehen erstrahlt die Kirche aber nach wie vor im selben Antlitz wie vor über 1500 Jahren.

Das harmonische Innere der Panagia Acheiropoietos Kirche erinnert stark an die Gestaltung der Hagios Dimitrios: Ein von zweistöckigen Arkaden gesäumtes Mittelschiff führt zu einer schlichten Ikonostase, über der ein beeindruckender Kronleuchter und das hölzerne Kuppeldach der Kirche thronen. Die Wände der Panagia Acheiropoietos zieren vereinzelt noch byzantinische Mosaiks aus dem 13. Jahrhundert; entlang der marmornen Säulen und Bodenplatten können mit einem aufmerksamen Auge noch vereinzelte kunstvolle Verzierungen, byzantinische und muslimische Inschriften und Floralmuster entdeckt werden, die zum Teil bis ins 5. Jahrhundert zurück datiert werden können. Allein die namensgebende Ikone der Mutter Gottes kann inzwischen nicht mehr besichtigt werden - sie ist im Laufe der Jahrhunderte verschollen gegangen.