Pella

File 158Pella liegt rund 45 Kilometer westlich von Thessaloniki und ist die ehemalige Hauptstadt des antiken Makedonischen Königreiches. Als Geburtsstadt Alexanders des Großen und faszinierende Schatzkammer der Antike zählt sie zu den beliebtesten Ausflugsorten in ganz Nordgriechenland und lockt mit historischem Flair und antikem Glanz und Gloria. Von der einstigen, modernen Hauptstadt sind heute zwar allenfalls noch verschlafene Dorfromantik und verschiedene archäologische Ausgrabungsstätten verblieben – ein unvergesslicher Einblick in die glanzvolle Vergangenheit der Region lässt sich aber dennoch ohne Weiteres gewinnen.

Pella wurde vermutlich im 5. Jahrhundert vor Christus gegründet und zählt so alleine aufgrund seines Alters zu den archäologischen Sensationsfunden der Region um Thessaloniki. Unter dem Vater Alexanders des Großen, König Philipp II., durchlebte die Stadt ihre Blütezeit und entwickelte sich nicht nur zu einer der modernsten Ortschaften im Territorium des heutigen Griechenlands, sondern lockte mit ihrem reichen kulturellen Leben auch so bekannte Schriftsteller wie Euripides an. Pellas Eroberung durch die Römer im 2. Jahrhundert vor Christus markierte dann den rapiden Niedergang der Stadt, die innerhalb weniger Jahrhunderte von der einst glorreichen Hauptstadt Makedoniens zu einer unauffälligen Ortschaft im griechischen Hinterland verkam – bis zu ihrer Wiederentdeckung durch Archäologen Ende der 1950er Jahre.

Heute dauern die Ausgrabungsarbeiten, die vor gut einem halben Jahrhundert begonnen haben, nach wie vor in Pella an. Archäologen und Experten vermuten, dass bislang nur ein Bruchteil der erstaunlich gut strukturierten, antiken Hauptstadt freigelegt wurde – diejenigen Funde, die der Öffentlichkeit soweit zugänglich gemacht wurden, vermitteln aber bereits einen sehr guten Eindruck vom ehemaligen Prunk der Stadt. Neben einem Besuch des großen archäologischen Ausgrabungsfeldes, das aufgrund seiner optischen Kargheit zunächst eher etwas für Liebhaber des Fachs zu sein scheint und sich vor allem für die Besichtigung von Häusergrundrissen und den Überresten der imposanten Säulenhalle lohnt, empfiehlt sich unbedingt auch eine Besichtigung des 2006 neu gegründeten Museums Pellas. In diesem finden sich unter anderem Ausstellungen zu so diversen Themen wie der Geschichte der Stadt, dem öffentlichen Leben Pellas und der Religionsausübung seiner Einwohner, die alle mit eindrucksvollen Exponaten aus der Stadt unterlegt sind. Abgesehen von seiner bedeutsamen Münzsammlung und seinen kunstvollen Büsten und Statuen zählen vor allem Pellas Mosaike zu den unübertroffenen Schmuckstücken des Museums – einen Blick auf die berühmten Darstellungen von Dionysos' Ritt auf einem Panther sowie einer griechischen Löwenjagd sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen.