Zitadelle und Stadtmauern

Thessalonikis Stadtmauern und die Zitadelle gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen der griechischen Mittelmeerstadt und befinden sich in deren historischem Handelsviertel Ano Poli. Ursprünglich als Wehranlage für die Küstenstadt konzipiert, erfüllen Thessalonikis Stadtmauern heute vor allem einen nostalgischen Zweck – und eignen sich ideal als Aussichtspunkt für einen Panoramarundblick über die ganze Stadt.

Errichtet wurde die ursprünglich acht Kilometer lange Stadtmauer Thessalonikis zwischen dem 3. und dem 5. Jahrhundert nach Christus. Ursprünglich zierte auch ein Mauergraben die Wehranlage, um die Stadt umso effektiver vor See- wie auch Landangriffen zu schützen. Ausläufer der Mauer erstreckten sich zudem bis an die Küstengebiete. Heute können noch rund fünf Kilometer der originalen Baustruktur besichtigt werden - inzwischen tummeln sich entlang ihrer Mauern jedoch heimelige Wohnhäuser und gesellige Tavernen und Cafés, die zum Verweilen in geschichtsträchtiger Atmosphäre einladen.

Auch die Burg, welche der Wehranlage ihren heutigen Beinamen „Kastra“ verlieh, zählt zu den sehenswerten historischen Bauwerken des Viertels. Über die Jahrhunderte hinweg trug die Kastra verschiedene Namen: Unter den Griechen hieß sie zunächst Heptapyrgion, unter den Osmanen dann Yedi Kule. Beide Namen bedeuten so viel wie „Sieben Türme“. Tatsächlich setzt sich die Zitadelle heute aber aus zehn Türmen zusammen, da die Osmanen nach ihrer erfolgreichen Eroberung Thessalonikis umfangreiche Renovierungsarbeiten an der Festungsanlage durchführten und ihr so ihr heutiges Aussehen verliehen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts diente die Festung als Garnison der osmanischen Truppen; nach der Befreiung Griechenlands wurde die Burg dann allerdings zu einem politischen Gefängnis umgebaut, das erst im Jahr 1989 geschlossen wurde und das auf eher kritische Art und Weise in einer Vielzahl von griechischen Volksliedern verewigt wurde.

Nachdem das schwere Erdbeben von 1977 erhebliche Schäden an der Bausubstanz der Festung verursachte und die Burg nicht weiter für staatliche Zwecke benötigt wurde, wurden im Jahr 1990 bis heute anhaltende Renovierungsarbeiten an der Kastra begonnen. Dennoch ist die Burg für Besucher geöffnet: Zwar gibt es neben den historischen Mauerreliefs und Inschriften bislang nur wenig Kulturelles zu besichtigen, doch der herrliche Ausblick über Thessaloniki entlohnt allemal für den Aufstieg zur Burg – und macht Lust auf einen anschließenden Spaziergang durch die umliegenden, pittoresken Viertel.